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Gelassenheit lernen

„Es gibt keinen größeren Beweis für Geistesgröße, als wenn man sich durch nichts, was einem begegnen kann, in Aufruhr bringen lässt.“
Seneca
„Gelassenheit kann man lernen. Man braucht dazu nur Offenheit, Motivation, ein bisschen Ausdauer und vor allem Bereitschaft, sich von den alten, eingefahrenen Bahnen zu lösen, in denen unser Denken und Handeln sich häufig bewegt.“
Ludwig Bechstein

Gelassenheit lernen


Was ist Gelassenheit?

  • Gelassenheit ist ein Zustand des Verstandes, in dem keine inneren Widersprüche entstehen und nach außen alles ausgeglichen aussieht.
  • Gelassenheit ist die Fähigkeit, in allen möglichen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren.
  • Gelassenheit ist das vollkommene Vertrauen ins Leben.
  • Gelassenheit ist Selbstbeherrschung und Kraft des Charakters. Sie hilft, Lösungen in allen Lebenssituationen zu finden und Erfolge zu erzielen.
  • Gelassenheit ist die Fähigkeit, die Emotionen unter Kontrolle zu halten und ruhig die besten Entscheidungen zu treffen.

Studien zeigen, dass gelassene Menschen gesünder und erfolgreicher sind, richtige Entscheidungen treffen und in jeder Lebenssituation bessere Lösungen finden. Gelassenheit, Geduld und Toleranz sind die Basis Ihres glücklichen Lebens. Gelassenheit lernen, kann Ihr Leben auf allen Ebenen positiv verändern.

Kann man Gelassenheit üben?

Ja! Mit unseren praktischen Tipps für Ihren Alltag kann jeder Gelassenheit trainieren. Auch Stressbewältigung fällt leichter, wenn Sie zu innerer Ausgeglichenheit und Gelassenheit gefunden haben.

  1. Was bringt Sie außer Kontrolle? Gibt es bestimmte Situationen, in denen Sie Opfer der Emotionen sind? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Tageszeit, die Größe der Belastung, die Stärke der Langeweile, körperliche Schmerzen und Unwohlbefinden, etc.? Was für einen Einfluss haben starker Lärm oder umgekehrt die Stille auf Sie? Wenn Sie die Faktoren Ihrer Reizbarkeit kennen, können Sie dementsprechend Maßnahmen treffen.

  2. Seien Sie achtsam mit sich selbst. Verstehen Sie die Gründe Ihres Reizes, Ihres Ärgers. In der Regel ist das eine Äußerung von Ungeduld oder Intoleranz. Der Mensch nimmt die anderen nicht so, wie sie sind. Die Entwicklung einer Situation gefällt dem Menschen nicht und er ist nicht bereit, das anzunehmen.

  3. Emotionale Distanz schaffen. Ein wichtiger Schritt, um Gelassenheit zu lernen, ist den Abstand zu einer belastenden Situation oder Menschen bewusst zu gewinnen, sich davon emotional zu lösen.

    Lösung: Wenn Sie das nächste Mal etwas persönlich nehmen, atmen Sie dreimal tief aus und denken Sie daran: „Ich erkenne Deine Unzufriedenheit, Deine Angst, Dein Verhalten, Deinen Zorn, Deine Aggression. Das ist Dein Leben, Deine Entscheidung. Ich lasse Dich in Liebe los.“

  4. Ihren Perfektionismus bewusst abtrainieren. Perfektionismus ist die Angst, nicht gut genug zu sein, nicht angenommen und anerkannt zu werden, Fehler zu machen. Wer ständig alles perfekt machen möchte und mit Fehlern kämpft, leidet oft an Dauerstress und Frustration.

    Lösung 1: Trainieren Sie Ihr Selbstwertgefühl! Üben Sie Akzeptanz! Lernen Sie, sich selbst und die Anderen zu akzeptieren, so wie jeder ist: „Ich bin OK, so wie ich bin! Alles, was ich tue, ist gut genug! Du bist OK, so wie Du bist!“ Akzeptieren - was ist - kann schnell zu innerer Ausgeglichenheit, Ruhe und Gelassenheit führen.

    Lösung 2: Üben Sie bewusst, in jedem Fehler die positiven Seiten und Chancen zu erkennen: „Ein Fehler ist immer eine Chance, neue Wege zu gehen, mehr dazu zu lernen.“

  5. Finden Sie Ihre Prioritäten. Formulieren Sie Ihre Prioritäten. Wenn Sie Ihre Prioritäten kennen, vermeiden Sie Druck und unnötigen Stress, fördern Ihre Gelassenheit und Leistungsfähigkeit.

  6. Aktiv an sich arbeiten. Selbstvertrauen stärken. Die Voraussetzung für Gelassenheit ist Selbstvertrauen. Durch Verarbeiten und Beseitigen der alten Muster und Einstellungen, durch Training des Selbstvertrauens werden Sie immer gelassener.

    Gelassenheit üben bedeutet, bewusst auf den emotionalen Zustand zu achten. Wenn sich Ihr emotionaler Zustand z. B. wegen Müdigkeit, Streit, unangenehmen Nachrichten verschlechtert hat, machen Sie gleich etwas, um wieder zum Gleichgewicht zurückzukehren.

  7. Ausgleich im Alltag finden. Ein regelmäßiger und ausreichender Wechsel von Entspannung und Anspannung erhält Ihre physische und psychische Gesundheit.

    Lösung: Sorgen Sie jeden Tag für Ausgleich. Finden Sie die richtige Balance zwischen An- und Entspannung. Schaffen Sie Harmonie im eigenen Privat- und Berufsleben. Üben Sie jeden Tag eine Tätigkeit aus, die Sie mögen: Spazieren, Joggen, Tanzen, Freunde treffen, ein Hobby finden. So können Sie Ausgeglichenheit lernen.

  8. Monotasking anstatt Multitasking. Wenn Sie Schritt für Schritt seine Aufgaben erledigen, bleiben Sie gelassener, machen Sie weniger Fehler und arbeiten Sie effizienter.

  9. Wahrnehmung bewusst ändern. Die meisten Situationen können Sie entweder positiv oder negativ sehen. Sie haben immer die freie Wahl!

    Lösung: Atmen Sie 3-mal aus, halten Sie inne und nehmen Sie sich Zeit, um wieder klar und frei denken zu können und Ihre Wahrnehmung zu überprüfen: „Was ist genau passiert? Ist es wirklich so schlimm? Wie kann ich damit richtig umgehen?“ Dann können Sie eine bewusste Entscheidung treffen, gelassen zu bleiben. Sie allein treffen die Wahl, ob Sie ausrasten oder gelassen bleiben und gute Lösungen finden.

  10. Körperhaltung und Mimik bewusst trainieren. Man geht aus dem Gleichgewicht raus, wenn die Körpersprache Traurigkeit, Verbissenheit, Unruhe, Druck, Hektik, Disharmonie zeigt: die Körperhaltung ist gebeugt, die Beine und Arme sind gekreuzt, das Kinn ist runter, die Augen sind zu weit geöffnet, die Bewegungen sind hektisch, der Atem ist oberflächlich und hastig, das Herz rast.

    Lösung: Richten Sie Ihren Körper auf. Schaffen Sie ein Lächeln im Gesicht. Es ist erstaunlich, wie schnell sich Ihre Wahrnehmung und Stimmung verändern, wenn Sie einfach lächeln und den Körper aufrichten.

  11. Achten Sie auf Ihre Gedanken. Welche Gedanken wurden durch Emotionen ausgelöst und welche nicht? Welcher Gedanke ist mit Hektik oder Angst verbunden und welcher nicht? "Das ist so schlecht!" ist ein aus Emotion entstandener Gedanke. "Ich finde einen Weg, um diese Aufgabe zu lösen" ist ein ruhiger Gedanke. Lernen Sie die Unterschiede bei Ihren Gedanken wahrzunehmen und dementsprechend zu handeln.

  12. Bewusste Autosuggestion. Finden Sie Affirmationen, die Sie beruhigen: „Ruhe ist meine größte Stärke. Ich bleibe immer ruhig und gelassen. Ich halte immer meine Mitte.“ Wiederholen Sie diese kurzen Sätze so oft wie möglich. Damit können Sie sehr gute Ergebnisse erzielen und die Ruhe in schwierigen Situationen bewahren.

  13. Muskelentspannung und Durchatmen. Der Körper spiegelt jede Emotion wider. Die unangenehmen Emotionen verursachen körperliche Verspannungen. Gelassenheit lernen bedeutet, physische Muskelentspannung anzuwenden, so dass man Stress bewältigen und die Emotionen unter Kontrolle nehmen kann.

    Lösung: Wenn Sie in einem Gespräch Ärger verspüren, entspannen Sie bewusst die Gesichtsmuskeln, Arme und Hände, Nacken und Schultern, Sonnengeflecht. Auf diese Weise können Sie die innere Ruhe zurückgewinnen und die Situation meistern.

  14. HANDELN ist das beste Mittel, Gelassenheit zu lernen. Bewegung ist das natürlichste Mittel gegen Stress und Ärger. Sie baut unmittelbar Stresshormone ab und schafft Distanz zu der Situation, die Sie ärgert. Stehen Sie z.B. auf, machen Sie ein paar Schritte, gähnen Sie genussvoll oder machen Sie etwas, was die innere Spannung verringert.

    Übung: Sammeln Sie alle Wut und Ärger und bilden Sie daraus eine Wolke. Atmen Sie diese Wolke bewusst aus. Ein paar Mal wiederholen, bis Sie sich völlig beruhigen.

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