Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung sind weit verbreitet: kaum ein Mensch kommt insbesondere mit zunehmendem Alter ohne Brille, Kontaktlinsen oder ähnlichen Hilfsmittel aus. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen fünf einfache Übungen, mit denen Sie Ihre Augen trainieren können. Alle Übungen lassen sich ganz einfach in Ihren Alltag integrieren!

Nutzen der Augenübungen

Wichtig bei unserem ganzheitlichen Ansatz ist, dass die Augenübungen isoliert keine vollständige und nachhaltige Verbesserung der Sehkraft erzielen können. Sie werden jedoch Fortschritte bemerken, wenn Sie ganzheitliches Augentraining betreiben und Ihre Augen zusätzlich mit diesen Übungen regelmäßig trainieren, und neben verbesserter Sehkraft auch die folgenden Vorteile schnell wahrnehmen:

  • Die Übungen können dabei helfen, Kopfschmerzen zu beseitigen, sofern diese durch Probleme mit Ihren Augen entstehen.
  • Mit den richtigen Übungen bekämpfen Sie Müdigkeit, die beispielsweise durch eine lange Arbeit an einem Computermonitor hervorgerufen wird.
  • Leichte Augenleiden (wie etwa eine Unschärfe beim Betrachten von nahen oder entfernten Gegenständen) lassen sich mit Augentraining effektiv verbessern.
  • Und zu guter Letzt: Augenübungen machen Spaß! Wie auch bei körperlicher Bewegung bekommen Sie das Gefühl, etwas Gutes für Ihren Körper getan zu haben.

Wir haben bei der Zusammenstellung der Übungen darauf geachtet, nur Aufgaben für Sie zu finden, die einen spürbaren Effekt auf Ihre Augen und damit auch auf Ihr Wohlbefinden haben. Außerdem lassen sich alle Übungen in jeden noch so stressigen Alltag integrieren. Möchten Sie Ihre Augen trainieren, müssen Sie sich nicht umständlich vorbereiten, Geräte oder Hilfsmittel kaufen oder viel Zeit einplanen. Sie können jederzeit starten und Ihren Augen etwas Gutes tun.

Fünf Übungen zum Augen trainieren

Die folgenden fünf Übungen sind nicht ihrer Wichtigkeit nach geordnet. Führen Sie am besten alle Übungen regelmäßig durch und suchen Sie nach Möglichkeiten, diese hier und da in Ihren Alltag zu integrieren. Nach kurzer Zeit werden Ihnen die Übungen so alltäglich vorkommen wie der Weg zur Arbeit und Sie werden gelegentlich auch völlig unbewusst Ihre Augen trainieren:

Augenübung Nr. 1: Akkommodation

Komplizierter Begriff, einfache Wirkung: Bei der Akkommodation werden Sie Ihre Augen trainieren und dabei insbesondere Schwächen bei der Sicht in die Ferne – also bei Kurzsichtigkeit – korrigieren. Diese Übung spannt den Ziliarmuskel an, der sich wie ein Ring um die Linse des Auges zieht. Wenn Sie beispielsweise einen typischen Bürojob ausüben und 80 Prozent des Tages auf einen Computermonitor schauen, ist dieser Muskel beinahe untätig. Die Folgen sind Müdigkeit und, je nach Intensität und Häufigkeit der Arbeit, auch Kopfschmerzen.

Gehen Sie bei der Durchführung der Übung wie folgt vor:

  1. Strecken Sie einen Arm in voller Länge nach vorne aus. Nehmen Sie nun den anderen Arm und halten Sie ihn etwa auf halber Distanz.
  2. Richten Sie nun Ihre Zeigefinger gerade nach oben.
  3. Fokussieren Sie den entfernten Finger für einige Sekunden. Danach wechseln Sie den Fokus auf den nahegelegenen Finger. Wechseln Sie hin und wieder auch auf einen Gegenstand hinter Ihren Händen.
  4. Machen Sie die Übung richtig, sollten Sie immer drei bis vier Finger sehen: den Finger im Fokus sowie ein Doppelbild des Fingers außerhalb des Fokus.

Wiederholen Sie diesen Vorgang einige Minuten und trainieren Sie Ihre Augen, indem Sie den erwähnten Ziliarmuskeln fordern. Diese Übung können Sie ideal zwischendurch im Büro durchführen oder auch zu Hause, zum Beispiel vor dem Fernseher.

Augenübung Nr. 2: Abwechselnde Fokussierung

Ähnlich wie die Akkommodations-Übung zielt diese Aufgabe darauf ab, nahe und entfernte Gegenstände abwechselnd in den Fokus zu rücken. Sie nutzen dafür aber nicht Ihre Hände oder andere Hilfsmittel, sondern die Welt um Sie herum, was diese Übung fast noch alltagstauglicher macht als die vorherige:

  1. Richten Sie beispielsweise im Büroalltag den Arbeitsplatz so ein, dass Sie über einen Computermonitor hinweg aus dem Fenster sehen können.
  2. Beginnen Sie mit der Arbeit und schauen Sie in regelmäßigen Abständen über den Monitor aus dem Fenster auf ein möglichst weit entferntes Objekt. Je weiter, desto größer ist die Umstellung für die zuständigen Muskeln im Auge.
  3. Möchten Sie den ganzen Tag über Ihre Augen trainieren, wiederholen Sie diese Übung in regelmäßigen Abständen. Eine einzige Minute pro Stunde reicht schon aus, um Ihre Augen ein wenig zu fordern.

Das Beste an dieser Übung: Schnell geht Sie Ihnen in Fleisch und Blut über und kommt Ihnen gar nicht mehr wie eine Übung vor. Sie können damit Ihre Augen trainieren und merken nicht einmal, dass Sie sich „anstrengen“ müssen. Sei es auf der Parkbank, im Bus, im Büro, beim Waldspaziergang oder beim Warten an der Supermarktkasse, Sie können diese Übung fast überall durchführen.

Augenübung Nr. 3: Die virtuelle Uhr

Bei dieser Übung nutzen Sie die Muskeln im und am Auge, die Sie normalerweise seltener nutzen. Auch dies trägt zum Kampf gegen Müdigkeit bei. Möchten Sie Ihre Augen rundum trainieren, sollten Sie darauf nicht verzichten:

  1. In Ihrem Blickfeld stellen Sie sich das Ziffernblatt einer Analoguhr vor. Machen Sie es vor Ihrem geistigen Auge schön groß, damit Sie am besten Ihr gesamtes Blickfeld ausfüllt.
  2. Jetzt werden Sie Ihre Augen trainieren, indem Sie der Uhr von 12 Uhr bis zum Startpunkt folgen – also einmal im Kreis. Gehen Sie dabei langsam vor.
  3. Sobald Sie oben angekommen sind, sollten Sie zusätzlich Ihre Augen trainieren, indem Sie den gesamten Weg wieder zurückverfolgen.
  4. Wiederholen Sie die Übung einige Minuten.

Bei dieser Übung nehmen Ihre Augen Positionen ein, die sie normalerweise selten erreichen. Mit der vorgestellten Uhr können Sie Ihre Augen trainieren und schauen dabei nach schräg oben, so tief nach unten wie möglich oder gerade nach oben – was etwa bei normaler Bildschirmarbeit selten geschieht. Da Sie ausschließlich Ihre Augen benötigen, lässt sich auch diese Übung überall durchführen, wie vielleicht im Wartezimmer beim Augenarzt oder auch auf einer längeren Bus- oder Bahnreise.

Augenübung Nr. 4: Augen zu!

Ja, auch dies ist eine Übung – Sie gönnen Ihren Augen einige Augenblicke der Erholung und tun Ihren Augen durch aktive Entspannung etwas Gutes. Wir schließen unsere Augen, um sie zu befeuchten und beispielsweise Feinstaub zu entfernen. Gleichzeitig dient das kurze Blinzeln aber auch dazu, den Augen einen Moment Erholung zu gönnen. Ermüdung durch Überarbeitung beugen Sie daher am besten vor, indem Sie Ihre Augen schließen.

Sie sollten diese Entspannungs-Übung nicht mit anderen Aufgaben kombinieren. Beispielsweise würde es sich anbieten, die „virtuelle Uhr“ auch mit geschlossenen Augen auszuprobieren. Möchten Sie jedoch in erster Linie entspannen, sollten Sie jetzt nicht Ihre Augen trainieren. Schließen Sie die Augen und gönnen Sie Ihnen ein wenig Dunkelheit. Hilfreich ist das vor allem bei Bildschirmarbeiten mit einem viel zu hell eingestellten Monitor oder auch Aufgaben unter freiem Himmel an einem sehr sonnenreichen, hellen Sommertag.
Wenn Sie unsere Palming-Übung noch nicht kennen, die ebenfalls der Entspannung der Augen dient, dann fordern Sie doch einfach unseren kostenlosen E-Mail-Kurs an.

Augenübung Nr. 5: Stärkung der Augenmuskulatur

Diese Übung lässt sich ebenfalls an jedem beliebigen Ort durchführen – also können Sie bei der Arbeit im Büro ebenso Ihre Augen trainieren wie unter freiem Himmel oder auch zu Hause:

  1. Halten Sie Ihren Finger vor Ihre Augen – ein Abstand von 20 bis 30 Zentimetern reicht dafür aus.
  2. Malen Sie nun mit Ihrem Finger Buchstaben, Figuren oder auch Zahlen in die Luft – erlaubt ist, was Spaß macht.
  3. Folgen Sie der Fingerspitze mit Ihren Augen. Starten Sie langsam und werden Sie dann immer schneller.
  4. Machen Sie weiter, bis Ihre Augen nicht mehr folgen können. Hören Sie auf, schließen Sie die Augen und entspannen Sie.

Wenn auch vielleicht nicht für Jedermann in der Öffentlichkeit durchführbar, ist diese Übung äußerst effektiv, da Sie beim Trainieren mit dieser Übung Ihre gesamte Augenmuskulatur in Bewegung setzen.

Fazit: bessere Augen durch einfache Übungen?

Ja: Indem Sie regelmäßig Ihre Augen trainieren, können Sie spürbare Vorteile wahrnehmen. Brillenträger können Ihre Dioptrien-Zahl reduzieren und wenn Ihre Augen noch intakt sind, helfen die Übungen Ihnen, länger bei voller Sehkraft zu bleiben.

Alle genannten Übungen lassen sich kinderleicht in den Alltag integrieren: In Bus, Bahn oder zu Hause, im Büro oder bei Spaziergängen lassen Sie Ihre Augen kreisen, den Fokus ändern und andere Aufgaben durchführen. Und keine Angst: Muskelkater droht selbst dann, wenn Sie intensiv Ihre Augen trainieren, ganz bestimmt nicht.

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